• from 18:30 until 20:00 o'clock
  • War das Deutsche Reich ein guter "Kolonialherr" - und die Kolonisierten loyal gegenüber ihren Besatzern? Lange wurden diese Mythen verbreitet. Neben den blutig niedergeschlagenen Aufständen in den besetzten Gebieten gab es jedoch schon im Deutschen Reich nach dem 1. Weltkrieg afrodeutschen Widerstand gegen den Kolonialismus. Diese Zusammenhänge arbeitet die Ausstellung "breaking the silence - Der Zorn des Mdachi bin Sharifu" auf. **Zur Eröffnung sind Mnyaka Sururu Mboro und Christian Kopp von Berlin Postkolonial zu Gast, die die Ausstellung konzipiert haben. Gemeinsam entreißen sie den frühen afrodeutschen Aktivismus dem Vergessen und berichten von den aktuellen Herausforderungen in der Aufarbeitung von Kolonialgeschichte und Kolonialverbrechen.

    Die Ausstellung wird bis zum 22. Oktober im Hasenholz-Östertal-Centrum zu sehen sein, jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung außerhalb dieser Zeiten (Kontakt: 0 36 32 - 54 48 92; hoc@fau-sondershausen.de).

    Mnyaka Sururu Mboro ist Mchagga-Lehrer und Aktivist aus Tansania, lebt aber schon seit fast 30 Jahren in Berlin. Er ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der NGO Berlin Postkolonial e.V., welche sich mit der versteckten Kolonialgeschichte der deutschen Hauptstadt beschäftigt. So bietet Mboro beispielsweise geführte Touren durch Berlins koloniales afrikanisches Viertel an. Er setzt sich besonders dafür ein, dass Straßen, die heute noch nach kolonialen Verbrecher*innen benannt sind, nach afrikanischen Widerstandskämpfer*innen umbenannt werden. Ein weiteres Schwerpunktthema Mboros ist die Rückführung menschlicher Überreste, die aus Kolonien wie Tansania gestohlen und für rassistische Forschungen nach Europa und Deutschland gebracht wurden.

    Christian Kopp ist Historiker und Aktivist, Vorstand bei Berlin Postkolonial und Teilbereichsleiter im Projekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt Berlin.

    Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts "weltoffen-solidarisch-dialogisch." Mit Unterstützung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen.

Bookmark Bookmarked